Arbeiten in der Eingangsstufe


„Hilf mir, es selbst zu tun“, so lautet einer der pädagogischen Leitsätze Maria Montessoris.

Ziel unserer pädagogischen Bemühungen ist es, die Schüler mit allen Kräften zu unterstützen, Schritt für Schritt ihre Bildung selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen, wobei es natürliche Unterschiede im Leistungsstand und hinsichtlich des Lerntempos gibt.

Nicht nur die Orientierung an der jahrgangsbezogenen Norm ist von Bedeutung, sondern jeder Schüler soll sich entsprechend seiner eigenen Fähigkeiten und gemäß seinem persönlichen Lerntempo entwickeln können.

Unterstützt wird das Lernen des Schülers durch die Montessori-Materialien, die es ihm ermöglichen, selbststätig zu begreifen.

 

 

 

Was sollen die Kinder in der Eingangsstufe lernen?


 

Als staatliche Schule gilt für uns der Bildungsplan Baden-Württembergs. Die wichtigsten Lerninhalte der Eingangsstufe sind die Sprachförderung, das Lesen- und Schreibenlernen und die Grundlagen der Mathematik. Damit erwerben sich die Kinder die Grundvoraussetzungen zur Teilnahme an unserer Kultur.

Nach den Grundsätzen  Maria Montessoris wollen wir den Kindern ermöglichen,  auf ihrem Niveau die Welt und ihre Zusammenhänge immer besser  zu verstehen.

Ganz wichtig ist uns die Förderung der individuellen Persönlichkeit des Kindes, aber auch seine soziale Kompetenz.

 

 

Wie lernen die Kinder?


Viele Kinder kommen mit einer hohen Lernmotivation in die Schule und haben eine genaue Vorstellung, was sie lernen möchten. Dies kann von Kind zu Kind unterschiedlich sein. Indem wir jedem Kind seinen eigenen Lernweg ermöglichen, bleibt dessen Lernfreude erhalten. Auch bei Kindern mit negativen Lernerfahrungen kann durch  individuelle Lernerfolge die Lernmotivation wieder gestärkt werden.

Wer etwas lernen will, muss sich aktiv mit dem Gegenstand beschäftigen.  Deshalb ist es bei Kindern wichtig, Lerninhalte so anzubieten, dass sie sie auf vielfältige Weise über die Sinne und Hände „begreifen“ können. Dazu dient das bei uns eingesetzte Montessori-Material. Es hat hohen Aufforderungscharakter und spricht die Kinder dann an, wenn sie reif für den nächsten Lernschritt sind.

Wir Lehrerinnen verstehen uns als Begleiterinnen der Kinder. Durch genaue Beobachtung und Zusammenarbeit mit den Eltern bemühen wir uns, jedes Kind zu verstehen und es auf seinem Lernweg zu beraten und zu fördern.

 


Warum jahrgangsübergreifende Klassen?


In unserer Eingangsstufe lernen die Erst- und Zweitklässler in gemeinsamen Klassen. Bei Schuleintritt bringen die Kinder sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. Im Normalfall durchläuft ein Kind in zwei Jahren diese Eingangsstufe, bei uns hat es aber auch die Möglichkeit, dies auf ein Jahr zu verkürzen oder auf drei Jahre auszudehnen ohne den Klassenverband wechseln zu müssen. Auch Kinder, die zur Schuljahresmitte eingeschult werden, können in die Gemeinschaft integriert werden. Das soziale Lernen wird in einer altersmäßig gemischten Gruppe sehr  gefordert und gefördert. Gleichzeitig geht ein starker Lernanreiz von den größeren Kindern aus, denn Kinder lernen am liebsten von Kindern. Umgekehrt vertiefen die Älteren ihr Wissen,  indem sie gelegentlich den Jüngeren helfen.

 


Wie wird der Unterricht organisiert?


In unserer Eingangsstufe lernen die Kinder sowohl in gebundenem Unterricht als auch in Freiarbeit. Die Woche beginnt in der Regel mit einem Morgenkreis, in dem die Kinder lernen, ihre Erlebnisse in einer Gruppe frei zu erzählen. In gebundenem Unterricht finden der Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur, Englisch, Sport und Religion statt. Ein bis zwei Wochenstundenstunden werden die Erst- und Zweitklässler getrennt unterrichtet, zum Teil gemeinsam mit den Mitschülern der Parallelklasse. Hier finden zum Beispiel Einführungsstunden in Deutsch und Mathematik statt.  Außerdem haben die Zweitklässler zwei zusätzliche Unterrichtsstunden am Nachmittag. Selbstverständlich nehmen die Erst- und Zweitklässler auch an den Lernwerkstätten der Schule teil.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt jedoch in der Freiarbeit, in der jeder Schüler gemäß seines Lernvermögens und seines Interesses seine Lernziele verfolgt. Hier haben die Kinder die Gelegenheit, in ihrem Tempo Lesen und Rechnen zu lernen und zu üben, daneben können sie sich verschiedensten Themen auf ihrem Niveau widmen. Dazu stehen ihnen in der vorbereiteten Umgebung des Klassenzimmers vielfältige Montessori-Materialien zur Verfügung, bei deren Auswahl und Gebrauch sie von uns Lehrerinnen unterstützt werden.

Wichtig ist den Klassenlehrerinnen der Eingangsklassen eine enge Vernetzung des Unterrichts aller Klassen. Dieser wird gemeinsam geplant und vorbereitet.

 


Können behinderte Kinder integriert werden?


Da jedes Kind in seiner Unterschiedlichkeit gefördert wird, sind wir prinzipiell offen für die Integration von Kindern mit Handicaps. Dennoch muss in jedem einzelnen Fall geprüft werden, welche zusätzlichen Unterstützungen nötig und möglich sind, um ein sinnvolles Lernen in der Klassengemeinschaft zu gewährleisten.

 


Wie ergeht es Kindern mit ADHS?


Gerade in jüngster Zeit begegnen uns verstärkt Kinder mit ADHS in der Eingangsstufe. Auch hier muss für jedes Kind individuell zusammen mit außerschulischen Fachleuten geklärt werden, welches die beste Förderung  für das Kind sein kann. Manche Kinder kommen mit der offenen Unterrichtsform sehr gut zurecht, andere müssen stärker geführt werden.

 


Kann bei uns jedes Kind alles lernen?


Wie viel und was ein Kind lernen kann, hängt  sowohl von seinen Begabungen als auch von seiner Umwelt ab. So wie die körperliche Entwicklung von Genen gesteuert wird, aber durch Nahrung von außen unterstützt werden muss, so geschieht auch das geistige Wachstum innerhalb der persönlichen Begabungen. Durch gute Anregungen in Schule, Elternhaus und Freizeit, können diese Begabungen zu ihrer bestmöglichen Entfaltung kommen.