So arbeiten wir an unserer Schule

 

 

Auf der Grundlage der Montessori-Pädagogik gestalten wir in verschiedenen schulischen Handlungsfeldern unseren eigenen Weg.

 

Freies Arbeiten und gebundener Unterricht

-       Regelmäßige Freiarbeitszeiten als Schwerpunkt der schulischen Arbeit

-       Gebundene Unterrichtsformen:  Morgenkreis zum Wochenbeginn, Einzelstunden in 
        verschiedenen Fächern und Fächerverbünden

-       Wochenplanarbeit

 

Jahrgangsübergreifendes Arbeiten und jahrgangsgetrenntes Arbeiten

-       Klassen 1 und 2 werden jahrgangsübergreifend geführt

-       Lernwerkstätten jahrgangsübergreifend Klasse 1 bis 4

-       Klassen 1 und 2 werden für je eine Deutsch- und Mathematikstunde getrennt, hier
        werden jahrgangsspezifische Lerninhalte eingeführt und trainiert

-       Klassen 3 und 4 werden jahrgangsgetrennt geführt, jahrgangsübergreifende
        Freiarbeit und Projekte  werden durchgeführt

 

 

Arbeiten mit dem Material und arbeiten mit dem Schulbuch

-       In jedem Klassenraum finden die Kinder eine für sie vorbereitete Umgebung mit
        Montessori- aber auch anderem Freiarbeits-Material, Bücherecke, 
        Computerarbeitsplatz

-       Im Mittelpunkt der Freiarbeit steht das von Montessori entwickelte Material.

        Es gibt den Kindern die Möglichkeit, komplexe mathematische, sprachliche oder 
        wissenschaftliche Zusammenhänge handelnd zu begreifen

-       Daneben wird  auch mit  dem klassischen Schulbuch bearbeitet.


Freie Themenwahl und vorgegebene Aufgaben

-       Kinder haben oft sehr genaue Vorstellungen davon, was sie als nächstes lernen
        wollen. Bei Schulanfängern deckt sich dies meist mit den Anforderungen des  
        Lehrplans: Kinder wollen lesen, schreiben und rechnen lernen. Die Reihenfolge 
        wird gesteuert von den sensiblen Phasen des Kindes.

-       Auch ältere Kinder stellen sich in der Regel von sich aus den Herausforderungen
        des Lehrplans „Das will ich jetzt können“

-       Daneben entwickeln Kinder aber immer wieder (gemäß ihren sensiblen Phasen)
        sehr eigenständige Interessen, die sie in eigenen Projekten bearbeiten. Dies wird 
        von uns LehrerInnen beobachtet und unterstützt.

-       Immer wieder gibt es aber auch Kinder, die sich mit der freien Wahl der Arbeit
        schwer tun. Hier unterstützen wir Lehrerinnen durch Beratung, teilweise aber
        auch durch eine (vorübergehende) Einschränkung der Wahlfreiheit.

-       In den gebundenen, gemeinsamen Unterrichtsstunden werden vom Lehrplan
        vorgegebene Inhalte im Klassenverband eingeführt/ geübt. Die Stunden sind für 
        manche Kinder Wiederholungen, weil sie sich diese Inhalte schon in der Freiarbeit
        selbstständig erarbeitet hatten, für andere sind sie Anregungen, den nächsten
        Lernschritt zu vollziehen.

 

Individuelle Freiheit und soziale Bindungen

-       Jedes Kind soll soweit wie möglich seinen eigenen Lernweg gehen können. Es hat
        die Freiheit selbst zu entscheiden, wann, was, wo, wie und mit wem es lernen will.

-       Die Freiheit des Einzelnen wird begrenzt von der Freiheit des Anderen, d. h. die 
        Freiarbeit geschieht in einem geregeltem Umfeld

-       Jedes Kind muss sich an die festgelegten Regeln halten

-       Es bedarf sehr vieler Absprachen untereinander, wodurch soziale Fertigkeiten
        gefordert und gefördert werden

 

Normalisierte Kinder und Kinder mit erhöhtem Förderbedarf

-       Freies Arbeiten muss von allen Kindern zunächst gelernt werden, da es am Anfang
        meist zunächst mehr oder weniger schwer fällt, sich frei zu entscheiden. Kinder,
        die gelernt  haben, auf ihre innere Stimme zu hören, die den Entwicklungsprozess
        steuert, nennt Montessori „normalisierte Kinder“. Sie arbeiten mit besonderer
        Freude und Gewinn.

-       Daneben gibt es immer mehr Kinder mit besonderem Förderbedarf, z. B.
        Lernschwierigkeiten, ADHS oder eine Behinderung. Ob diese Kinder von der
        Montessori-Freiarbeit profitieren, kann nicht generell gesagt werden. Manche
        Kinder werden entlastet, wenn sie ihren eigenen Lernweg gehen dürfen, andere
        werden von der Vielfalt des Geschehens in einem Klassenraum zu sehr abgelenkt.
        Deshalb muss im Einzelfall, zusammen mit außerschulischen Therapeuten
        entschieden werden, was für das einzelne Kind mit erhöhtem Förderbedarf richtig
        ist.

 

Lernbegleitung und Leistungskontrolle

-       Wir Lehrerinnen und Lehrer verstehen es als unsere wichtigste Aufgabe, durch
         „liebevolle Beobachtung“ des Kindes herauszufinden, an welchem Punkt in seinem
         Entwicklungsprozess es gerade steht, welchen nächsten Schritt es machen will,
         welche Hindernisse evtl. auf die Seite zu räumen sind, welche Materialien dem
         Kind helfen könnten.

-       Als staatliche Regelschule werden unsere Schülerinnen und Schüler aber auch in
         ihren Leistungen beurteilt.

         Am Ende der ersten Klasse erhalten die SchülerInnen einen Schulbericht, in der 
         Mitte der zweiten Klasse findet ein verpflichtendes Elterngespräch statt. Am Ende
         des zweiten Schuljahres gibt es einen Bericht und Noten in den Fächern Deutsch
         und Mathematik.  Am Ende der dritten bis sechsten Klasse stehen ein Bericht sowie
         Noten in allen Fächern im Zeugnis.

-       Für die Notengebung werden Klassenarbeiten geschrieben, in denen die Inhalte
        des gemeinsamen Unterrichts überprüft werden. Zusätzlich können Noten
        vergeben werden für Klassenarbeiten, Vorträge / Präsentationen,
        Leistungsnachweise aus Freiarbeit / Projektarbeit (z.B.  Lesetagebücher, eigene
        Texte, Themenmappen, Freiarbeitsordner, …), praktische Leistungen

 

Methodenfreiheit der LehrerInnen und gemeinsames Schulkonzept

-       Schule und Unterricht werden immer geprägt von der Persönlichkeit der einzelnen 
        Lehrerinnen und Lehrern. Dies zeigt sich auch an unserer Schule an den
        unterschiedlich  gestalteten Räumen und den unterschiedlichen
        Schwerpunktsetzungen innerhalb der Lehrtätigkeit.

-       Mehrere unserer LehrerInnen haben eine Zusatzausbildung in Montessori-
        Pädagogik erworben und diese mit dem Diplom abgeschlossen. Daher war es
        naheliegend, die zunächst unabhängig voneinander begonnene Montessori-Arbeit in
        einem gemeinsamen Schulkonzept zu bündeln.

-       Dies bedeutet aber auch, dass sich nun alle LehrerInnen  diesem Konzept im
        Rahmen ihrer Möglichkeiten anschließen. Gemeinsame Arbeitsgruppen als
        Diskussions-  und Weiterbildungsforen und zur Materialherstellung brauchen viel
        Zeit, verbinden uns aber auch.

-       Manche von uns arbeiten schon lange nach Montessori, andere finden sich gerade
        neu in diese Arbeit ein. Als Schule stehen wir am Anfang unseres gemeinsamen
        Montessori-Schulkonzepts.

-       Manches ist erreicht, erfüllt uns mit Freude uns Stolz, anderes ist noch offen,
        kann noch weiterentwickelt und verbessert werden. Viel Zeit und Arbeit stecken
        schon in dem Projekt, viel Zeit und Arbeit wird aber auch in Zukunft von uns 
        erwartet werden.

 

 

 

 

 

Stand: 13.4.2010