Unsere Partnerschule in Tansania

Seit dem Jahre 1999 steht die Grund- und Hauptschule Nendingen in enger Verbindung mit der Hurumaschule in Mbinga in Tansania. Unsere Partnerschule steht unter der Trägerschaft der Vinzentinerinnen in Untermarchtal.

Die GHS Nendingen zeigt ihre Verbundenheit durch kontinuierliche finanzielle Zuwendung. Wir unterstützen alljährlich die schulische Arbeit in Mbinga mit einer großzügigen Spende, die über Erlöse aus dem Nendinger Weihnachtsmarkt und aus dem Theaterstück der 4. Klassen erwirtschaftet wird.

Über den Briefkontakt zwischen der Hurumaschule un der GHS Nendingen erhielten wir für unsere Informationsarbeit Texte und Fotos (siehe Fotogalerie), die uns zahlreiche aktuelle Einblicke in ein afrikanisches Schulleben mit Impressionen von Landschaft, Tieren und Menschen geben.

Großzügige Spende für unsere Partnerschule "Shule ya Huruma" in Mbinga/Tansania

 

im September 2014 durfte die Donauschule Nendingen ihrer Partnerschule in Mbinga eine Spende in Höhe von 4000 € übergeben (Bild unten).

Wie kam es zu dieser großzügigen Spende? Frau Elisabeth Schwarz, die an unserer Schule Lesepatin ist, feierte im Sommer ihren 70. Geburtstag. Das Geld, das sie geschenkt bekam, wollte sie einem wohltätigen Zweck zur Verfügung stellen. Durch ihre Tätigkeit an unserer Schule ist ihr unsere Partnerschule gut bekannt, und deshalb entschied sie, das Geld nach Mbinga/Tansania an unsere Partnerschule zu spenden. Eine großartige Geste, wie der Schulleiter mit seinen Dankesworten betonte.

 

 

     

 

 

 

 

 St. Loreto

Mbinga / Tansania

 Heim für behinderte und elternlose Kinder

Behinderte Kinder werden in Tansania oft nur in Hinterhöfen gehalten. Von Gästen werden sie ferngehalten. Selbst die Eltern haben behinderten Kindern gegenüber Misstrauen und unbegründete Vorurteile, wodurch ihre Lage noch schlimmer wird.

Die Straßen in den Städten Tansanias werden von Kindern immer mehr bevölkert. Meistens kommen mehrere Gründe zusammen, dass ein Kind auf der Straße landet: Abbruch des Schulbesuches aus materieller Not, Verlust der Eltern und Verwandten, Hunger, Enteignung der Familie wegen Schulden... Die meisten Straßenkinder in Tansania sind zwischen 12 und 16 Jahre alt. In der Hauptstadt Daressalaam beispielsweise leben mehrere Tausend Straßenkinder und selbst in der kleinen Provinzstadt Mbinga hat dieses Problem erschre-ckende Ausmaße angenommen.

Diese beiden großen Notsituationen sind der Hintergrund für den Plan und das Konzept für das Heim für körperbehinderte und elternlose Kinder „St. Loreto“. Der erste Bau des Heims wurde 1999 fertig gestellt.

Es gibt in Mbinga und Umgebung keine öffentlichen Verkehrsmittel und die Häuser und Gehöfte liegen weit verstreut. Die Eltern haben kein Fahrzeug und damit auch keine Möglichkeit, die Kinder zur Schule zu bringen. Selbst können die körper­behinderten Kinder den weiten Schulweg (oft 5 km) nicht auf sich nehmen. St. Loreto wurde in nächster Nähe zur Grundschule „Shule ya Huruma“- Schule der Barmherzigkeit - gebaut, so dass die körperbehinder­ten Kinder mit Gehhilfen und Rollstühlen die Schule er­reichen können. Außer der Hilfe beim Lernen muss etwas getan werden zur Mobilisierung und Aktivierung durch physiotherapeutische Maßnahmen. Nur so eröffnet sich eine Perspektive für ihr Leben.

Die gesunden, jedoch mittellosen und haltlosen Straßenkinder und Waisen können nur durch den Schulbesuch und durch Hilfen bei der Erziehung von der Straße wegkommen. Gleichzeitig sollen sie den körperbehinderten Kindern helfen und damit die Schwestern bei der Betreuung entlasten. Bei diesem Miteinander finden sie Erfüllung, Lebenssinn und ein neues Selbstwert-gefühl. Außerdem werden die Behinderten ganz selbstverständlich mit den gesunden Kindern in der Schule integriert.

Für zwanzig körperbehinderte und zwanzig elternlose Kinder wurde 1999 das neue Heim St. Loreto eröffnet. Wegen großer Nachfrage wurde bereits im März 2003 ein weiterer Bau eingeweiht, so dass jetzt bis zu 80 Kinder aufgenommen werden können, die nur deswegen eine Schulbildung erhalten, weil sie hier wohnen können.

Vielen behinderten Kindern mit Klumpfüßen, Verbrennungen oder sonstigen operablen Gebrechen konnte Schw. Dr. Gabriele Winter in den letzten Jahren helfen. Sie ermöglichte ihnen nämlich Operationen in dem über 1.000 km entfernten CCBRT Disability Hospital in Daressalaam. Die meist armen, Familien in der Gegend von Mbinga könnten sich die Fahrt und eine Operation in Daressalaam nicht leisten und wären bereits mit der Organisation überfordert. Die Ergebnisse nach diesen Operationen sind meist sehr erfreulich und die Behinderung wird aufgehoben oder zumindest gemildert. Da es in Tansania in der Regel noch keine Krankenversicherung gibt, müssen die Operationen, Nachbehandlungen, Prothesen, Schienen und orthopädische Schuhe privat bezahlt werden. Auch muss die Betreuung und Verpflegung im Krankenhaus von den Angehörigen der Patienten übernommen werden. Dazu kommen noch die Fahrtkosten und die Übernachtungskosten für die Betreuer. Man kann sich wohl kaum vorstellen, wie überglücklich die Eltern sind, wenn für ein Kind durch eine erfolgreiche Operation sich das Leben grundlegend zum Guten ändert. Diese wesentliche Hilfeleistung wird nur durch die Unterstützung von hier möglich.

Auch nach dem Abschluss der sieben­jährigen Grundschulausbildung in der Hurumaschule, an die das Heim ange­schlossen ist, versuchen die Schwestern den Kindern durch Rat und Tat beizu­stehen. Sie suchen z.B. nach Ausbildungs­stätten und unterstützen sie finanziell, wenn sie die Aufnahme in eine Sekundar­schule geschafft haben. So können selbst schwerstbe-hinderte Kinder eine Sekundar­schule besuchen, wenn sie ein Dreirad und eine nahe gelegene Unterkunft erhalten.

Weder der Bau noch der Unterhalt des Heims wird von einer öffentlichen Organisation gefördert. Wenn unsere jungen tansanischen Schwestern bereit sind, ihre ganze Kraft einzu-setzen, um diesen benachteiligten Kindern zu helfen, sollten wir sie nicht alleine lassen. Ohne unsere Unterstützung bleiben sie einfach ihrem Schicksal überlassen und haben in diesem armen Land keine Perspektive für ihr Leben.

 

 

                                  Shule ya Huruma

Siebenklassige Grundschule in Mbinga

In den Jahren um 1990 konnten in Mbinga mindestens 70 Kinder pro Jahr nicht in die Grund-schule aufgenommen werden, da in den Schulgebäuden dieser Kleinstadt im Süden von Tansania kein Platz vorhanden war. Die Eltern hatten nur die Wahl, die Kinder zu Hause zulassen oder bis zu einem Alter von acht bis zehn Jahren in den Kindergarten zu schicken. Öffentliche Gelder zum Bau von Schulen gab es nicht.

Nur mit vereinten Kräften konnte aus dieser Misere eine Abhilfe gefunden werden: Die Eltern haben in Eigenleistung Backsteine gemacht, die Diözese hat Land erworben und mit der Hilfe von Spenden konnten unsere Schwestern seit 1995 vier einfache Schulgebäude bauen lassen. Es sind vier ganz einfache, einstockige Gebäude mit Wellblech gedeckt mit je zwei Klassenräumen. Im Schulhof wurde ein Brunnen gebohrt, versehen mit einer Handpumpe, so dass keine Folgekosten beim Herauspumpen des Wassers entstehen. Elektrischen Strom gibt es nicht.

Als die ersten Klassen einziehen konnten, schrieb uns Sr. Gabriele: „Die Kinder fühlen sich wie Könige in den Schulbänken“. Vorher waren sie zusammengepfercht in einem kleinen Saal und mußten auf dem Boden sitzend dem Unterricht folgen. In der neu erbauten Schule gibt es nun Schulbänke und eine Tafel in jedem Klassenzimmer. Die Freude darüber ist groß und beflügelt das Lernen sehr.

Die Schule ist inzwischen bis auf den letzten Platz belegt und die Leistungen der Schüler liegen weit über dem Landesdurchschnitt. Im Jahre 2000 wurde noch eine offene Halle gebaut, wo die Schüler bei Hitze und in der Regenzeit ihren Pausentee einnehmen und sich aufhalten können. Auch bei Festen und Elternversammlungen ist die Halle sehr nützlich und geschätzt.

Die „Shule ya Huruma“ steht in der Trägerschaft der Diözese Mbinga. Die Lehrer werden nach vielen Verhandlungen mit den örtlichen Behörden vom Staat bezahlt. Doch beim Bau und jetzt bei der Instandsetzung der Schule, bei der Anschaffung von Lehrmitteln, Schulbüchern und in der Sorge um eine Mahlzeit in der Pause, sind unsere Schwestern ganz auf die Hilfe von hier angewiesen.

 Von unserem vinzentinischen Auftrag her ist es uns ein großes Anliegen, dass gerade die Kinder armer Eltern, körperbehinderte Kinder und Straßenkinder in der „Shule ya Huruma“ - „Schule der Barmherzigkeit“ - die Chance zum Schulbesuch bekommen. Daher wurde auch das Kinderheim „St. Loreto“ benachbart zur Schule gebaut.