Außenklassen an der Donauschule

 

 

Seit dem Schuljahresbeginn 2000/2001 gibt es Außenklassen der Johann-Peter-Hebel-Schule an der Donauschule, d.h. Schülerinnen und Schüler unserer Grundschule werden gemeinsam mit Kindern aus dem Sonderpädagogischen Bildungszentrum (SBBZ) mit der Fachrichtung geistige Entwicklung unterrichtet. Was im Jahr 2000 aus der Mitte der Nendinger Bevölkerung für ihre Kinder mit Handicap initiiert wurde, gestaltete sich als Erfolgsmodell und große Bereicherung für die beteiligten Kinder, ihren Eltern, sowie Lehrerinnen und Lehrer.

 

Außenklassen sind eine besondere kooperative Organisationsform in der Schullandschaft. Die Schülerinnen und Schüler bleiben ihrer Stammschule (Johann-Peter-Hebel-Schule) zugeordnet und auch die Lehrerversorgung erfolgt von dort aus. Der schulische Lebensmittelpunkt allerdings befindet sich in der Partnerschule, wo vielfältige Anlässe für Begegnungen, gemeinsames Lernen und sonstige Aktivitäten der Kinder mit und ohne Handicap geschaffen werden können.

 

Die SchülerInnen beider Schularten werden nach dem jeweils für sie gültigen Bildungsplan unterrichtet. In Kooperation mit den Lehrern der Partnerschulen werden vor Ort Möglichkeiten für gemeinsamen Unterricht gesucht und individuelle Modelle erarbeitet. Dadurch erhält jede Außenklasse ihr eigenes Profil. Schwerpunkte unterrichtlicher Zusammenarbeit waren bislang MNK, Sportunterricht, Schwimmen, Musik, BK/TW, teilweise Deutsch und Mathematik. Zahlreiche Sportfeste, Ausflüge, Projekttage, gemeinsame Wandertage, Schullandheimaufenthalte und Besuche kultureller Veranstaltungen wurden durchgeführt. An den Schulfesten der JPHS und der Donauschule waren die jeweiligen Kooperationsklassen beteiligt.

 

Ziele für den Unterricht

  • Schaffung pädagogischer und sozialer Begegnungsfelder als Grundlage gemeinsamen Lernens, wobei die Bedürfnisse aller Schüler Berücksichtigung finden sollen.
  • Die SchülerInnen der Außenklasse bewegen sich außerhalb von Schon-räumen, jedoch innerhalb vertrauter Lebensräume.
  • Ihre Selbstständigkeit wird gefördert, ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl werden gestärkt durch den Umgang mit der „Normalität“ des Schulalltags.
  • Die soziale Kompetenz aller Kinder wird erweitert. Das gegenseitige Kennenlernen, Verstehen und Annehmen von Kindern mit und ohne Handicap ermöglicht zunehmend
  • > eine angemessene Kontaktaufnahme,
  • > den Abbau von Ängsten, Hemmungen und Vorurteilen,
  • > eine größere Flexibilität im Umgang miteinander, bis hin zu einer möglichen Entwicklung oder Übernahme 
  •    von Konfliktlösungsstrategien und eines verbesserten Regelverständnisses im schulischen Alltag.
  • > Erweiterung der Handlungskompetenz und der sprachlichen Kompetenzen, sowohl durch die Möglichkeit zum
  •    „Lernen am Vorbild“, als auch durch das Zusammenführen der Inhalte aus den Bildungsplänen beider
  •    Schularten. Zutreffend auch auf Spiel- und Freizeitangebote!
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  • Menschen mit Handicap sollen selbstverständlicher Bestandteil des Alltagserleben von Schülern und Erwachsenen (Lehrer, Eltern, etc.) sein. Diese grundlegenden menschlichen Erfahrungen sollen v.a. für die Kinder prägend sein für Einstellungen und Werthaltungen, die auch im späteren Leben verinnerlicht bleiben.   
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  • verfasst von Edith Hofferer
  • langjährige verantwortliche Lehrerin für die Außenklassen an der Donauschule Nendingen 
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